Mittwoch, 16.05.2012
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Rapid Mapping

Abbildung 1: Arbeitsablauf einer Krisenkartierung - Von der Mobilisierung bis hin zur Datenauslieferung

Die im Krisenfall durchgeführte Notfallkartierung kann anhand der in Abbildung 1 dargestellten Prozesskette beschrieben werden. Im Falle einer Naturkatastrophe wie z.B. einem Erdbeben, werden in der Mobilisierungsphase zunächst Leitstellen und zuständige Institutionen benachrichtigt, die entweder direkt das ZKI oder indirekt über autorisierte Nutzer das ZKI anfragen.

Im ZKI beginnt dann unverzüglich die Arbeit. Diese besteht aus der Datenakquisition, der Vorprozessierung der Daten, einer Analyse und schließlich der Bereitstellung der erzeugten Kartenprodukte. Bei der Datenakquisition kommen sowohl Archivdaten (Situation vor dem Krisenfall) als auch Neuaufnahmen von Satellitenbildern zum Einsatz. Anhand der Archivdaten werden innerhalb von etwa 6 Stunden erste Referenzkarten zur Übersicht und Orientierung an die Hilfsorganisationen herausgegeben. Neu aufgenommene Satellitenbilder dienen der Schadensanalyse und der aktuellen Lagedarstellung.

Werden Satellitendaten an das ZKI ausgeliefert, beginnt die Vorprozessierungsphase, in der beispielsweise Lagekorrekturen oder Bildfusionen durchgeführt werden. Anschließend folgt die Analyse und Auswertung der Daten bezüglich krisenrelevanter Informationen. Hier werden mittels verschiedener Algorithmen und Prozessierungsketten je nach Art der Katastrophe und nach Fragestellung z.B. Veränderungsanalysen, Schadensbewertungen oder thematische Auswertungen wie Hochwasserdetektion oder Brandflächenerkennung durchgeführt. Nach der Extraktion der Informationen werden diese in Kartenprodukte oder andere Produktformate integriert. Zur Kartenerzeugung werden außerdem z.B. Informationstexte, Legenden und Übersichtkarten erzeugt. Sind die Krisenprodukte (z.B. Karten oder Vektordaten) erstellt, werden diese an die Nutzer ausgeliefert. ZKI-Produkte stehen öffentlich und kostenlos auf der ZKI Internetseite zur Verfügung und werden ggf. per ftp-Server, via Email und gelegentlich auch als ausgedruckte Kartenprodukte bereitgestellt.

Abbildung 2: Krisenkartierung nach einem Dammbruch in Nepal 2008.

Notfallkartierungen werden im ZKI beispielsweise bei Natur- und Umweltkatastrophen wie Überflutungen, Stürmen, Feuern, Erdbeben, Ölkatastrophen und für humanitäre Hilfsaktivitäten, z.B. im Tschad, durchgeführt. Beispielhaft wird in Abbildung 2 eine ZKI Detailkarte des Dammbruchs und der Überflutungen in Nepal im August 2008 gezeigt. Für die Erstellung der Flutmaske wurden Daten des Radarsatelliten TerraSAR-X ausgewertet. Zu sehen ist der Dammbruch über eine Länge von ungefähr 1400m, sowie überflutete Straßenabschnitte (orange) und vom Wasser eingeschlossene Gebäude und Ackerflächen (gelb).

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